BINATIONAL >> DEUTSCHAMERIKANISCHE GESCHICHTE >> DEUTSCHE IN DEN KOLONIEN


 VERWANDTE ARTIKEL: Die 13 Kolonien

DEUTSCHE IN DEN KOLONIEN

"Gott, hilf uns, daß wir nicht verachten oder bekämpfen, was wir nicht verstehen"

-WILLIAM PENN-

Betsy Ross Flag
Betsy Ross Flag

Zwar waren bereits 1607 in der ersten permanenten britischen Siedlung Jamestown Deutsche vorzufinden, doch wanderten erst seit  den 1680er Jahren eine größere Zahl  in die Kolonien aus. Ihr Ziel war neben New York und New Jersey vor allem die Kolonie Pennsylvania, da ihr Gründer William Penn in den 1670er Jahren zweimal nach Deutschland kam, um Werbung für sein "Heiliges Experiment" zu machen. Sein Ziel war es eine Quäkerkolonie in Nordamerika zu errichten. 1681 überließ Charles II. von England den Quäkern ein größes Gebiet an der damaligen Westgrenze der besiedelten Kolonien. Die Kolonie Pennsylvania gab sich eine liberale Verfassung und lockte somit viele Auswanderer ins Land. Der Hafen von Philadelphia spielte bei der frühen Einwanderung eine wichtige Rolle.

 

Gründe für eine Auswanderung gab es damals viele. Zum einem stellte die Landwirtschaft kein zufriedenstellendes Auskommen mehr und zum anderem wurden religiöste Splittergruppen wie die Mennoniten, Amische, die Herrnhuter Brüder sowie die Tunker in Europa verfolgt und fanden in der liberalen Quäkerkolonie Zuflucht. Auch hinterließ der Dreißigjährige Krieg von 1618 - 1648 seine Spuren und veranlasste Deutsche ihre Heimat zu verlassen. Darüber hinaus galt die Aussicht auf Landbesitz als Motivaltion für eine Überfahrt in die "Neue Welt". 

 

Im Jahr 1683 gründeten 13 Familien ("Original 13"), Mennoniten aus dem Raum Krefeld, mit Germantown die erste dauerhafte deutsche Siedlung, welche heute in die Stadt Philadelphia eingegliedert ist. Die Führung der Mennoniten übernahm der aus Sommerhausen (bei Würzburg) stammende Franz Daniel Pastorius.

 

Die erste Bibel auf dem Gebiet der USA wurde 1743 von Christoph Sauer in deutscher Sprache gedruckt.

 

Auch in den Neuengland Kolonien entstanden zahlreiche deutsche Siedlungen, viele davon in Maine.

Im Jahr 1710 wurde mit New Bern von Schweizern und pfälzischen Siedlern eine deutschsprachige Siedlung in den südlichen Kolonien gegründet. Die Hafenstadt wurde von 1765  bis 1792 sogar Hauptstadt der Kolonie North Carolina.

 

In Virginia wurde eine Siedlung mit dem Namen Germanna errichtet, in welcher überwiegend Auswanderer aus der Pfalz und dem heutigen Baden Württemberg siedelten. Die Deutschen in den Kolonien waren in den meisten Fällen Landwirte aber es siedelten auch Handwerker und Kaufleute.

 

Im sogenannten Franzosen- und Indianerkrieg kämpften die beiden Kolonialmächte Großbritannien und Frankreich um die Vorherrschaft in Nordamerika. Unterstützt wurden die beiden Mächte jeweils von indianischen Verbündeten. Großbritannien rekrutierte aber darüber hinaus auch zahlreiche deutsche Siedler für ihr Royal American Regiment.

 

Während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges (1775 - 1783) waren zwar deutsche Soldaten auf beiden Seiten beteiligt, der größere Teil davon kämpften allerdings als Berufssoldaten an der Seite der Briten. Da der Krieg auch Auswirkungen auf den transatlantischen Verkehr hatte, kam die deutsche Einwanderung zum Stillstand. Erst Jahre nach dem Revolutionskrieg siedelten wieder Deutsche in Nordamerika.