DEUTSCH-AMERIKANISCHE FREUNDSCHAFT

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Das historisch gewachsene deutsch-amerikanische Band gilt heute als stark und gefestigt. Das besondere Verhältnis geht nicht zuletzt auf die deutsche Immigration zwischen den Jahren 1840 und 1860 zurück, als die Deutschen die größte Gruppe unter den Einwanderern darstellten und die Kultur der Vereinigten Staaten wesentlich mitprägten, beispielsweise den Tannenbaum zu Weihnachten oder das U.S. amerikanische Bildungssystem.  Oktoberfeste werden im ganzen Land veranstaltet und deutsche Städtenamen wie Berlin, Hamburg und Bismarck sind keine Seltenheit. Deutsche Wörter wie Biergarten, Lebkuchen, Prezel oder Edelweiss fanden ebenso wie deutsche Nachnamen ihren Einzug in den amerikanischen Sprachgebrauch. Geschichtlich geht das Band jedoch viel weiter zurück, und zwar in das Jahr 1778, als Friedrich Ferdinand von Steuben von George Washington persönlich zum Generalinspekteur der Kontinentalarmee berufen wurde und einen entscheidenden Einfluss auf die Architektur des amerikanischen Militärwesens innehatte. Er wurde später U.S. General und jährlich finden Paraden zu Ehren des aus Preußen stammenden Generals statt, der mithalf die Kolonien in die Unabhängigkeit zu  führen. Eine weitere Tradition ist der am 6. Oktober gefeierte German American Day der von Ronald Reagan ausgerufen wurde um an den 6. Oktober 1683 zu erinnern, als erstmals deutsche Familien nach Nordamerika übersiedelten.

 

Der berühmte Schriftsteller Mark Twain lebte einige Monate in Berlin und folgte somit einer Tradition von anderen U.S. Autoren seiner Zeit, einen Einblick in die europäische Lebensweise zu gewinnen. Zahlreiche Vereine und Bildungseinrichtungen pflegen heute die deutsch-amerikanische Freundschaft.

Vor dem 20. Jahrhundert wurden die deutsch-amerikanischen Beziehungen vor allem durch die Einwanderung geprägt. Deutsche Siedler ließen sich in Pennsylvania, in Texas und im mittleren Westen nieder. Die deutschsprachige Zeitung "Pennsylvanischer Staatsbote" veröffentlichte die erste deutschsprachige Übersetzung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung (1776). Durch die gescheiterte deutsche Revolution von 1848/49 kam es zu einer deutschen Einwanderungswelle in die Vereinigten Staaten. Die sogenannten "48ers" ließen sich in den Städten Baltimore, Chicago, Detroit und New York nieder. Die Bundesstaaten Kalifornien und Pennsylvania haben heute die meisten Einwohner, welche deutsche Wurzeln aufzeigen können. Mehr als 20 Prozent aller Amerikaner haben deutsche Vorfahren. Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern nahmen seit jeher eine außenpolitische Sonderstellung ein. Nach Ende des Ersten Weltkrieges kam es beispielsweise mit dem Berliner Vertrag vom 25. August 1921 zu einem Separatfrieden zwischen den USA und Deutschland, da die damalige Administration es ablehnte den anti-deutschen Vertrag von Versailles zu ratifizieren. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges spielten die Vereinigten Staaten eine entscheidende Rolle in der Rekonstruktion des deutschen Staatsgebietes. Beziehungen zur damaligen Deutschen Demokratischen Republik wurden aufgrund der deutschen Hallstein-Doktrin (1955-1969) nicht aufgenommen, da die Aufnahme von diplomatischen Beziehungen durch Drittstaaten als "unfreundlicher Akt" gegenüber der Bundesrepublik Deutschland betrachtet wurde. Erst mit Erich Honecker wurde die damalige DDR von den Vereinigten Staaten offiziell anerkannt, wenngleich die ostdeutsche Propaganda ein anti-amerikanisches Bild herzustellen versuchte. Die USA förderten nach Ende des Zweiten Weltkrieges eine positive Wahrnehmung durch die vom "Nationalkomitee für ein freies Europa" gegründete Radiostation "American Radio Free Europe" mit Sitz in München. Dieser Sender wurde vom freien Westen und auch heimlich im Osten gehört. Auf militärischer Ebene spielten mehrere aus Deutschland stammende U.S. Generäle eine wichtige Rolle. Friedrich Wilhelm von Steuben gilt als einer der Gründungsväter des U.S. Militärs, da er in bedeutendem Maß bei seiner Struktur beigetragen hat. Der aus Erlangen stammende Johann von Kalb nahm eine wichtige Rolle während der amerikanischen Revolution (1775-1783) ein, als er die Divisionen von Maryland und Delaware übernahm.