Vertiefte US-Geographie: Die Stadtentwicklung in den Vereinigten Staaten.

 

US-amerikanische Städte sind im Vergleich zu europäischen Städten noch sehr jung. Die Besiedelung der "Neuen Welt" begann im 17. und 18. Jahrhundert an der Ostküste der heutigen USA.

Die Städte in den USA entstanden dort, wo das Wasser als natürlicher Transportweg den Zugang zum Handelsmarkt erleichterte. Dies war zunächst entlang der Ostküste der Fall, wo entlang von Buchten oder Flussmündungen ins Meer bedeutende Städte wie Boston (Massachussets Bay), New York (Mündung des Hudson Rivers), Philadelphia (Delaware Bay) und  Baltimore (Chesapeake Bay) entstanden.

Die Besiedelung in Richtung Inland folgte dem natürlichen Verlauf der Flüsse, wurde allerdings für einen langen Zeitraum von der Gebirgskette der Appalachen blockiert, sodass zunächst lediglich der St. Lawrence River  im Norden der USA einen Zugang ins Inland ermöglichte. Auch als die Erschliessung des Landes durch die Eisenbahn stattfand, wurden die Routen um das Appalachengebirge herum gebaut, sodass die Stadt Atlanta zum Drehkreuz des Eisenbahnverkehrs wurde, da sie am südlichen Ende der Appalachen lag. Dies führte zu einem wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt.

Stadtgründungen im mittleren Westen des Landes erfolgten zunächst durch die Franzosen. Städte wie St. Louis an der Flussmündung des Missouri Rivers in den Mississippi oder New Orleans, zeugen auch heute noch vom französischen Erbe dieser Städte. Ebenso wurde die Stadt Chicago am südlichen Ende des Lake Michigan, wenn auch nach einem Indianerstamm benannt, von den Franzosen gegründet.

Neben dem Zugang zu natürlichen Handelswegen wie dem Meer oder den Flüssen, spielten auch die Bodenschätze einer Region eine entscheidende Rolle für Stadtgründungen und der Stadtentwicklung. Einen Boom für die Städte des Westens löste der kalifornische Goldrausch von 1849 aus. Hierbei profitierte vor allem San Fransisco, doch auch auch Städte wie Seattle (Washington State), Los Angeles (Kalifornien) und San Diego (Kalifornien) verdankten ihren Aufschwung den natürlichen Ressourcen wie Gold, Eisen und fruchtbaren Boden.

Las Vegas im Bundesstaat Nevada verdankt seinen Aufschwung der liberalen Gesetzgebung, welche das Glücksspiel erlaubte und somit der Stadt verhalf ein Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt zur werden.

Miami in Florida wiederum gilt aufgrund ihrer demographischen Zusammensetzung als Tor nach Zentral- und Südamerika und zieht viele Hispanics in die Stadt.