PD1963. Library of Congress: Id ds.04413
PD1963. Library of Congress: Id ds.04413

Auch ein Jahrhundert nach Lincolns Emanzipationserklärung sahen sich Afroamerikaner in den Südstaaten einer stark ausgeprägten Ungleichheit ausgesetzt, die durch Segregation und Unterdrückung charakterisiert war. Als "Jim Crow Gesetze" wurden eine Reihe von Gesetzen genannt, die in den Südstaaten dafür sorgten, dass auf kommunaler und Bundesstaatebene die afroamerikanische Bevölkerung von der gesellschaftlichen und politischen Teilhabe verbannt wurden. Dies betraf vor allem die Verbannung aus den Klassenzimmern und aus Kultureinrichtungen. Die afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung, begann in den 1950er Jahren, einer Zeit, die durch einen wirtschaftlichen Aufschwung geprägt war. Während für die weiße Bevölkerung das goldene Zeitalter "golden age" heranbrach und sich eine Mittelschicht herausbildete, lebten viele Afroamerikaner in Armut. Dieser Umstand war der damaligen Gesetzgebung des Südens zu verdanken, da die Segregation dort per Gesetz festgelegt wurde.

Bereits vor den 1950er Jahren kämpften vereinzelte Afroamerikaner für ihre Rechte, doch setzte keine Progression der Freiheit ein. In einem Urteil des Obersten Gerichtshof (Plessy v. Ferguson 1896) wurde entschieden, dass eine Rassentrennung rechtsmäßig sei, insofern sichergestellt wird, dass die Rassen gleich behandelt werden "separate but equal". Dies war jedoch nicht der Fall, Schulen für Afroamerikaner waren in einem schlechteren Zustand, die Bibliotheken hatten einen geringeren Bestand, Restaurants von Afroamerikanern bekamen Lebensmittel zweiter Wahl und auch in öffentlichen Bereichen (Wasserspender, sanitäre Einrichtungen etc.) war der Unterschied deutlich zu sehen.

In der afroamerikanischen Bürgerrechts-bewegung spielte die Institution Schule eine Schlüsselrolle. Eine nicht geringe Zahl von afroamerianischen Eltern klagten, da sie wollten das ihre Kinder auf die am nächsten gelegene Schule gehen dürften. Linda Brown (ihr Fall kam zum Obersten Gerichtshof, da die Klagen alphabetisch abgearbeitet wurden) wollte eine Schule besuchen auf die bis daher nur weiße Schüler gingen. Der Oberste Gerichtshof widerruf seine Entscheidung von 1896 und stellte fest, dass von einer Gleichbehandlung der Rassen keine Rede sein dürfte. Gerade im Hinblick auf die Schulbildung ließen sich erhebliche Unterschiede beobachten.

Die Bürgerrechtsbewegung der schwarzen Bevölkerung begann in den Köpfen und wurde durch Schlüsselereignisse wie beispielsweise dem Fall Emmitt Till ausgelöst. Der 14-jährige farbige Emmitt wurde 1955 in Mississippi umgebracht als er einem weißen Mädchen hinterhergepfiffen hat. Seine Mörder wurden für nicht schuldig gesprochen, prahlten aber dennoch kurze Zeit später in einem Wochenblatt über ihre Tat und berichteten im Detail wie sie Emmitt hingerichtet haben. Auch nach dem Zeitungsinterview wurden seine Mörder nicht sanktioniert.

National Archives and Records Administration Records of the U.S. Information Agency Record Group 306
National Archives and Records Administration Records of the U.S. Information Agency Record Group 306

 

 

Wenige Monate später kam es in Montgomery (Alabama) zu einem Vorfall, der den Stein der Bürgerrechtsbewegung ins Rollen brachte. Am 1. Dezember 1955 weigerte sich Rosa Parks ihren Sitzplatz im Bus für einen weißen Bürger aufzugeben und wurde inhaftiert. Dies führte zu einem Boykott des öffentlichen Personennahverkehrs und alle Afroamerikaner weigerten sich  für 381 Tage (1955-56) den Bus zu benutzen. Rosa Parks war keine normale Bürgerin, sondern schon seit den 1930ern politisch aktiv. Sie arbeitete als Sekretärin für die NAACP (National Association for the Advancement of Colored People). Unterstützt wurde die Bewegung von Dr. Martin Luther King Jr., einem Pastor der zunächst in den Kirchen wirkte.

PD. US-Army: 101st Airborne Division
PD. US-Army: 101st Airborne Division

Trotz des Urteils vom Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten kam es 1957 zu einem Zwischenfall in Arkansas, als am 3. September neun farbigen Schülern der Zugang zur Little Rock Central High School verwehrt wurde. Als die Schüler am 23. September einen zweiten Versuch unternahmen in die Schule zu gehen, hielt sie ein Mob von 1000 Leuten erneut davon ab. Erst als der damalige Präsident Dwight Eisenhower die Nationalgarde entsandte, konnte der rechtsmäßige Zugang gewehrt werden.

Es gab immer wieder Aktionen der Bürgerrechtsbewegung und eine Kampagne erregte die Aufmerksamkeit der New York Times. Der Student Joseph McNeill wurde in einer Kantine des Woolworths in Greensboro (North Carolina) nicht bedient, so dass er zusammen mit anderen farbigen Kommiltionen die Kantine in den Folgetagen erneut aufsuchte um eine "Sit-In Kampagne" zu starten. Als der Artikel in der New York Times erschien, kamen mehr Studenten, so dass das Unternehmen von seiner diskriminierender Haltung beschämt absah, da nicht alle weißen Staatsbürger diese Praxis guthießen und nun der öffentliche Ruf gefährdert war.

Eine andere Aktion waren die Freedom Riders, welche als afroamerikanische Patrioten betrachtet werden dürfen. Die Freedom Riders waren eine Burschenschaft, welche die Terminal Warteräume der weißen Bevölkerung aufsuchten um auf die ungerechte Segregation aufmerksam zu machen.

 

 

 

James Meredith war der erste farbige Student, der sich an der Universität von Mississippi immatrikulieren durfte. Er war gleichzeitig auch der erste Afroamerikaner der an dieser Universität seinen Abschluss machte.

Der Marsch nach Washington D.C. am 28. August 1963

 

Am 28. August 1963 hielt Dr. Martin Luther King  seine berühmte "I have a Dream" Rede. Es ist der bis heute größte Protestmarsch in die US-amerikanische Hauptstadt an der in etwa 250.000 Staatsbürger teilnahmen. Die Rede dauerte nur 10 Minuten, doch ging Dr. Martin Luther King aufgrund jener Rhetorik als der Führer der afroamerikanischen Bewegung in die Geschichtsbücher ein. Das Bild zeigt "The National Mall", welches auf das Washington Memorial zuführt. Seit 2011 ist das Dr. Martin Luther King Memorial, im Südwesten des National Malls  zu besichtigen.

 

 

 

Nach John F. Kennedys Ermordung half sein Nachfolger, Präsident Johnson, neue Gesetze der Bürgerrechte durch den Kongress zu verabschieden.