[25.April 1898 - 12.August 1898]

Der amerikanisch-spanischer Krieg von 1898 beendete die koloniale Herrschaft von Spanien und sicherte die Vormachtsstellung der Vereinigten Staaten auf der Westlichen Hemisphere sowie im pazifischen Raum.

Maine Explosion. PD-Art-prior1923-USA
Maine Explosion. PD-Art-prior1923-USA

Als das Navy Schiff Maine im Hafen von Havanna in der Nacht des 15. Februar 1898 explodierte, ging die US Administration von einem gezielten spanischen Anschlag aus. Diese Explosion legitimierte den Amerikanisch-Spanischen Krieg von 1898. Die vor Florida gelegene karibische Insel Kuba stand unter spanischer Herrschaft. Bereits seit 1895 kämpften Kubaner für Ihre Unabhängigkeit. Neben der humanitären Katastrophe während des kubanischen Unabhängigkeitskriegs, in welchem rebellische Kubaner in Camps unter der Aufsicht spanischer Soldaten inhaftiert wurden, stellte der Konflikt einen massiven Einschnitt in die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der spanischen Kolonie und den Vereinigten Staaten dar. Viele Zuckerplantagen gehörten amerikanischen Firmen, welche den Rohstoff direkt vor Ort weiterverarbeiteten. Das Kriegsschiff USS Maine wurde nach Havanna entsandt um zum einem die amerikanische Präsenz innerhalb der westlichen Hemisphere zu demonstrieren als auch Sympathien für den freien Volkswillen der Kubaner zum Ausdruck zu bringen. In der Geschichtsliteratur wird diese Sympahtie kurz "Freundschaftsbesuch" genannt. Zeitgleich liefen die amerikanisch-spanischen diplomatischen Gespräche auf Hochtouren um einen Krieg zu vermeiden. Weder die Vereinigten Staaten als auch die Spanier zeigten Interesse einer militärischen Auseinandersetzung.

New York Journal. 1898. PD-US-prior1923-USA
New York Journal. 1898. PD-US-prior1923-USA

Der sogenannte "Yellow Journalism" bezeichnete einen aufkommenden journalistischen Stil, welcher in den Tageszeitungen der Vereinigten Staaten an Popularität gewann. Ziel des yellow journalism war es mit aufsehenserregenden Schlagzeilen größtmöglichste Aufmerksamkeit zu gewinnen um die Auflage zu steigern. Tageszeitungen suggerierten den Eindruck, dass die Explosion der Maine in einer direkten Verbindung mit der spanischen Besatzungsmacht auf Kuba stand. In der Öffentlichkeit wurde schnell unter dem Motto "Remember the Maine" (Vergesst nicht die Maine) der Ruf nach einer militärischen Vergeltung laut.

Columbia and Cuba. 1898. PD-Art-prior1923-USA
Columbia and Cuba. 1898. PD-Art-prior1923-USA

Am 11.April 1898 bat Präsident McKinley den Kongress um Genehmigung einer Intervenierung im spanisch-kubanischen Konflikt um eine stabile Regierung vor den Toren der Vereinigten Staaten zu errichten und um den Warenhandel zwischen Kuba und den USA zu sichern.  Der Kongress erkannte am 20. April die kubanische Unabhängigkeit an und stellte den Spaniern ein Ultimatum um die Herrschaft auf der Insel abzugeben. Spanien brach sofort alle diplomatischen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten ab, woraufhin die McKinley Administration am 22. April eine Seeblockade errichtete. Spanien erklärte noch am selben Tag den Krieg. Der amerikanische Kongress erklärte am 25. April 1898 den Kriegszustand.

 

Die erste Schlacht dieses Konflikts wurde nicht auf kubanischen Boden ausgetragen, sondern fand in den Philippinen statt. Erst am 10. Juni 1898 landeten Infanteristen am Guantanamo Bay, zusätzliche Truppen bis zum 22. Juni in der Nähe von Santiago de Cuba.

 

Der amerikanisch-spanischer Krieg war zwar von kurzer Dauer, doch stellte der Ausgang dieser militärischen Auseinandersetzung die Weichen der Vereinigten Staaten, um nach dem zweiten Weltkrieg zur Weltmacht aufzusteigen.

Ten thousand miles from tip to tip. 1898. US-Art-prior1923-USA
Ten thousand miles from tip to tip. 1898. US-Art-prior1923-USA

Im Friede von Paris am 10. Dezember 1898 erkannte Spanien nicht nur die kubanische Unabhängigkeit an, sondern willigte ein die Gebiete Guam und Puerto Rico an die USA abzutreten. Darüber hinaus wurden die Philippinen für 20 Millionen US-Dollar von den Spaniern erworben. McKinley nutzte die Gelegenheit um Hawaii zu annektieren.