Carter, Dennis M. {{PD-US}}
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Standen die Handelsschiffe der ehemals dreizehn Kolonien im Verband des britischen Imperiums noch unter dem Schutz der britischen Flagge, wurde Piraterie ein zunehmendes Problem der jungen Republik. Gerade im Mittelmeerraum wurden amerikanische Schiffe von "barbarischen Staaten", welche allesamt dem Osmanischen Reich unterstanden (Türkei, Marokko sowie die Stadtstaaten Algier und Tunis), gekapert.

 

Man verlangte von den Vereinigten Staaten Schutzzahlungen, welche bereits schon Frankreich und die britische Royal Navy in der Vergangenheit zahlen mussten um frei passieren zu können.

 

Während dieser Zeit kam es erstmals in der amerikanischen Geschichte zum Zusammenprall des Christentums mit dem Islam. Vor allem die Versklavung von amerikanischen Händlern und Seefahrern und der Begründung, dass dies im Namen des Propheten geschah, empörte die amerikanische Öffentlichkeit.

 

Kurze Zeit nach Thomas Jefferson Amtsantritts wurde eine erneute Schutzzahlung gefordert, welche Jefferson jedoch ablehnte. Die "barbarischen Staaten" erklärten daraufhin am 10 Mai 1801 den Vereinigten Staaten den Krieg. Dies geschah in keinem formellen Kriegsschreiben, sondern indem die Flagge von der amerikanischen Botschaft in Tripolis abgerissen wurde.

 

Die Stadtstaaten Algir und Tunis entschlossen sich nicht ihren Bündnispartner in Tripolis zu folgen.

 

Jefferson entsandte eine kleine Flotte in den Mittelmeerraum um amerikanische Handelsschiffe zu schützen, welche vom Kongress allerdings nur verteidigende Maßnahmen zugestanden bekamen (Aufgrund der fehlenden schriftlichen Kriegserklärung).
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Der Kriegsverlauf war von sporadischen Piratenangriffen geprägt. Jefferson entsandte 1802 die besten Schiffe der neu gegründeten U.S. Navy in Richtung Tripolis. Diese Branche des Militärs kam während des tripolitanischen Krieges erstmals offiziell zum Einsatz.

Einer der aufsehenerregendsten Vorfälle in der Geschichte der U.S. Navy war die selbstinitiierte Zerstörung des Kriegsschiffes Philadelphia, nachdem diese auf Grund gelaufen war. In der Nacht zum 16. Februar 1804 veranlasste Captain Stephan Decatur, dass das Schiff in Brand gesetzt wurde, damit der Gegner es nicht einnehmen konnte. Decatur und seine gesamte Crew von insgesamt 306 Männern wurden daraufhin entführt und versklavt. Um der Sklaverei zu entkommen konvertierten einige der Männer zum Islam.

Am 10. Juni 1805 wurde ein Waffenstillstand verhandelt, der vorübergehend das Ende dieser Auseinandersetzung bedeutete.

 

Zwei Jahre später kam es allerdings erneut zu Piraterie, doch lag die Priorität der US amerikanischen Außenpolitik vorerst in der Beseitigung der Spannungen zwischen Frankreich und Großbritannien, da diese zu massiven Einschränkungen im Handelsverkehr führten (siehe Britisch-Amerikanischer Krieg von 1812). Die Vereinigten Staaten sahen sich gezwungen den geforderten Tribut zu bezahlen um den In- und Export im Mittelmeerraum aufrechtzuerhalten.

 

Nach dem Krieg mit Großbritannien wurden die Kämpfe im Mittelmeerraum wieder aufgenommen. Diesmal mit einer erneuten aber noch stärkeren Präsenz der amerikanischen Seeflotte. Dies führte schließlich wieder zu einem Friedensvertrag. Gemeinsam mit Europa wurde der Piraterie seitdem im Mittelmeer ein Ende gesetzt.

 

Burning of the Frigate Philadelphia in the Harbor of Tripoli. U.S. Naval Academy Museum Collection, 1897. {{PD-Art/prior1923/US}}
Burning of the Frigate Philadelphia in the Harbor of Tripoli. U.S. Naval Academy Museum Collection, 1897. {{PD-Art/prior1923/US}}
Waterhouse, Charles. Attack on Derna. USMC  {{PD-US}}
Waterhouse, Charles. Attack on Derna. USMC {{PD-US}}