In den Vereinigten Staaten gibt es zwei Regionen welche häufig von Tornados betroffen sind.

Hierbei handelt es sich um den Bundesstaat Florida sowie dem Gebiet ausgehend vom Norden Texas über die Bundesstaaten Iowa, Kansas, Nebraska hoch in das westliche Ohio. Dieses große Gebiet ist als Tornado Alley  bekannt.

 

Entstehung eines Tornados

 

Die Entstehung dieses Wirbelsturms ist recht komplex und von den Klimatologen noch nicht vollständig erforscht, jedoch spielt hier vor allem das Fehlen einer West-Ost Barriere in Form eines Gebirgszuges eine Rolle. Im Frühjahr strömen feuchtwarme Luftmassen aus dem Golf von Mexiko in Richtung Norden, wo diese auf trockene, polare Luftmassen treffen. Die Geschwindigkeit der kalten, polaren Luftmassen ist höher als die Geschwindigkeit mit welcher die warmen Luftmassen auf diese treffen, sodass sich die kalten Luftmassen, trotz ihrer höheren Dichte, über die warmen Luftmassen legen. Durch diesen Effekt beginnt die Luft horizontal zu rotieren. Diese horizontal gerichtete Rotation kann in die Vertikale fallen und es kommt zum charakteristischen Merkmal eines Tornados, dem Rüssel. Durch einen eintretenden Luftdruckabfall in der vertikalen Rotation, werden umgebende Luftmassen angesaugt (Inflow) und die Rotationsgeschwindigkeit des Rüssels nimmt zu. Das Ansaugen der umgebenden Luftmassen geht darauf zurück, dass sich Luftmassen von höherem Druck immer in Richtung Luftmassen von geringerem Druck bewegen. Erst wenn der Rüssel des Wirbelsturms den Boden berührt, spricht man von einem Tornado. Kommt es zu keinem Bodenkontakt, so spricht man von einer Funnelcloud. Tornados treten plötzlich auf und haben eine Lebensdauer von wenigen Minuten. Ein Tornado hinterlässt eine Schneise der Verwüstung, welche zwischen wenigen Metern und mehreren hundert Metern breit sein können. Neben der Schneise bleiben die Gebäude und Bäume unberührt.

 

Tornados werden in der Klimatologie nach der Fujita-Skala eingeordnet, welche aus sechs Kategorien besteht (F0 - F5):

FO entspricht einer Windgeschwindigkeit bis 115 km/h  (Astbruch)
F1 entspricht einer Windgeschwindigkeit bis 180km/h (Entwurzelung von Bäumen)
F2 entspricht einer Windgeschwindigkeit bis 250km/h (Zerstörung von schwachen Bauten)
F3 entspricht einer Windgeschwindigkeit bis 330km/h (Häusereinstürze, Aufstieg von Autos)
F4 entspricht einer Windgeschwindigkeit bis 420km/h (Totalschäden)
F5 entspricht einer Windgeschwindigkeit bis 510km/h (völlige Zerstörung und Verfrachtung)

Pro Jahr werden in den USA an die 700 Tornados gezählt.

77 Prozent aller Tornados in den Vereinigten Staaten zählen zu der Kategorie F0 oder F1 und gehören somit zu den weniger gefährlichen Wirbelstürmen. 22.9 Prozent aller Tornados im Staatsgebiet zählen zu den bedrohlichen Wirbelstürmen der Kategorie F3 und F4. Die verbleibenden 0.1 Prozent sind extrem gefährliche Tornados der Kategorie F5.

Die höchste Windgeschwindigkeit, welche bisher auf der Erde gemessen wurde, trat mit mehr als 500 km/h im Jahr 1999 im US-Bundesstaat Oklahoma auf.

Der Nationale Wetterservice (National Weather Service) und die National Centers for Environmentl Prediction (NOAA) empfehlen bei einem Tornado folgende Verhaltensregeln:

Vermeiden Sie die Nähe zum Fenster. Begeben Sie sich bei einem Tornado in den Keller und bringen Sie sich unter einem schweren Gegenstand, der Ihnen Schutz vor eventuell herabstürzenden Teilen der oberen Etage durch eine geschwächte Decke  bietet, in Sicherheit. Dies kann beispielsweise ein Tisch oder einer Arbeistplatte sein.  Vermeiden Sie Stellen im Keller, von denen Sie wissen, dass sich darüber in der oberen Etage schwere Gegenstände befinden. Diese könnten durch die Decke stürzen.

 

Ist das Gebäude nicht unterkellert so begeben Sie sich in das kleinste Zimmer des Gebäudes z.B. in das Badezimmer. Alternativ können Sie sich auch unter einer Treppe in Schutz bringen. Die Nähe zu den Fenstern muss vermieden werden.

 

Befinden Sie sich in einem Auto, so sollten Sie sich bei freier Strasse mit Ihrem Fahrzeug aus der gefährlichen Sturmzone entfernen.