Apothesis of George Washington. PD-Art-prior1923-USA
Apothesis of George Washington. PD-Art-prior1923-USA

Als die Vereinigten Staaten von Amerika auf der politischen Landkarte erschienen, hatten an die 100 000 Loyalisten die Neue Welt verlassen um nach England umzusiedeln. Nirgendwo auf der Welt gab es eine vergleichbare Staatsform, so dass sich die USA gerade während den ersten Jahren schwer taten das Experiment Amerika auf Papier zu legitimieren. Neben der Unabhänigigkeitserklärung traten die Articles of Confederation. Diese sollten eine politische Ordnung im Staatsgebiet herstellen. Bei den Articles of Confederation handelte es sich jedoch um eine provisorische Ordnung, welche einen loosen Staatenbund zusammenhielt. Jeder Staat genoss mehr oder weniger seine eigene Souveränität. Es gab keine gemeinsame Streitkraft, keinen gemeinsamen Präsidenten und keine einheitliche Besteuerung.

Prägend für die ersten Jahre waren die Auseinandersetzungen zwischen den Föderalisten und den Anti-Föderalisten. Dabei ging es um die Debatte ob eine Verfassung verabschiedet werden sollte oder ob die Republik auf den Articles of Confederation fußen konnte. Die Articles of Confederation hielten einen sich im Unabhängigkeitskrieg gegründeten loosen Staatenbund zusammen, dessen Gesamtkompetenz nicht über einen freundschaftlichen Bund hinausging.

Die Anti-Föderalisten befürworteten die Articles of Confederation und sprachen sich gegen eine Stärkung der Union aus, da eine Unionsstärkung den einzelnen Bundesstaat schwächen würde. Bei den Anti-Föderalisten handelte es sich zumeist um Menschen, welche aufgrund ihres Bildungsstandes nicht die Tragweite einer starken Union beurteilen konnten, während die Föderalisten aus der Bildungsschicht kamen. So hatten die Föderalisten ihre Hochburgen in den Städten entlang der Ostküste und die Anti-Föderalisten erhielten ihre Unterstützung aus dem agrarischen Hinterland.

Dennoch darf man die Anti-Föderalisten nicht als Proletariat  hinstellen, kämpfte doch der einfache Mann gleichwertig neben Soldaten der Bildungsschicht für ihre naturgegebene Freiheit, welche die  Unabhängigkeit erst legitimierte. Die Anti-Föderalisten hatten schlagfertige Argumente: Unter einer starken Union könnten die Grundrechte des Individuums leiden. Ein Regierungsoberhaupt mit vielen Befugnissen käme einem König und damit der verhassten Monarchie gleich. Ebenso hatte man Sorge, dass sich eine Steuer Ausbeutung, welche in den Unabhängigkeitskrieg geführt hatte, wiederholen könnte. Wahre Demokratie könne nur im einzelnem Staat gelebt werden, als Teil eines freundschaftlichen Bundes. Erst ein Kompromiss welchen die Föderalisten zugestanden ermöglichte die Ratifizierung der amerikanischen Verfassung (Constitution) und damit eine nach innen und außen gerichtete starke Union. Um einen Machtmissbrauch zu vermeiden wurde das politische System in die Legislative, die Exekutive sowie in die Judikative unterteilt (Checks and Balances).  Die Grundrechte wurden unter dem Titel "The Bill of Rights" speziell abgesichert. Die Bill of Rights bestehen aus zehn Zusatzartikeln (Amendments) und gelten als unveränderlich. Modifikationen können nur durch weitere Zusatzartikeln geschehen.

 

Die amerikanische Verfassung wurde 1788 gültig. 1789 ratifizierte der letzte Bundesstaat das Schriftstück.

 

Die Vereinigten Staaten nahmen ihren Handel mit Europa auf doch stellten Schiffsentführungen ein Omen für einen weiteren Krieg dar: Großbritannien akzeptierte den Friedensvertrag von 1783 und somit die Unabhängigkeit ihrer früheren Kolonien nicht. Es kam zum zweiten Unabhängigkeitskrieg von 1812.

 

 

Föderalist Alexander Hamilton PD-Art-prior1923-USA
Föderalist Alexander Hamilton PD-Art-prior1923-USA

Föderalisten veröffentlichten inkognito ihre Argumente für eine starke Union. Die einzelnen Aufsätze sind heute durchnummeriert und bekannt als The Federalist Papers.

Die amerikanische Verfassung

Constitution of the United States. U.S. National Archives and Records Administration: ARC1667751
Constitution of the United States. U.S. National Archives and Records Administration: ARC1667751

1. Amendment

Freie Religionsausübung, Rede- und Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit sowie Petitionsrecht.

2. Amendment

Jeder Staatsbürger hat das Recht eine Waffe zu tragen.

3. Amendment

Verbietet der Regierung Soldaten in Privathäusern und Wohnungen von amerikanischen Bürgern unterzubringen.

4. Amendment

Schutz vor unbegründeten Durchsuchungen.

5. Amendment

Das Recht auf juristischen Beistand während Gerichtsprozessen.

6. Amendment

Ein Angeklagter hat das Recht vor Gericht zu schweigen.

7. Amendment

Ermöglicht das Recht auf Zivilprozesse

8. Amendment

Verbietet unangemessen hohe Kautionen, Geldstrafen und Bestrafungen.

9. Amendment

Ermöglicht Zusatzartikel

10. Amendment

Alle Rechte welche nicht explizit der Union übertragen wurden gehen an die einzelnen Bundesstaaten (z.B. Schulrecht) oder direkt an die Bürger