SPORTKULTUR


"We all have dreams. In order to make dreams come into reality, it takes an awful lot of determination,

dedication, self-discipline and effort."

-Jesse Owens-

✮ DIE rolle des sports in den usa ✮

CCO: Art Tower
CCO: Art Tower

Ein wichtiger Teil der amerikanischen Kultur ist der Sport. Nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch heute noch spielt er eine wichtige Rolle in der Integration von neuen Staatsbürgern. Im Vordergrund stehen die Regeln in einem Spiel, die Teamfähigkeit und die Identifikation zur jeweiligen Region. Der Sport in den USA schweißt die Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen. Die besondere Rolle des Sports kommt bereits im Kindesalter zum Ausdruck. In der Schule wird der Sport nicht nur als Aktivität betrachtet, welche die physische Gesundheit fördert, sondern vor allem den Charakter und die Moral des Heranwachsenden formen soll. So werden zahlreiche Wahlpflichtfächer und Sportvereine zur Verfügung gestellt um die körperliche Betätigung auch über den regulären Sportunterricht hinaus zu fördern. Professionelle Sportler aus den unterschiedlichsten Sportarten haben eine Vorbildfunktion für die Jugend. Im Idealfall bereitet die High School den Schüler auf den Collegesport vor, der einen enorm hohen Stellenwert in der U.S. Kultur einnimmt. So werden im Universitätssport nicht nur das Studium und der Leistungssport zusammengeführt, sondern bietet darüber hinaus dem Zuschauer Sport auf hohem Niveau. Dieses sportliche College System dient als Fundament für die vier großen Profilliegen (American Football, Baseball, Basketball und Ice Hockey) und spielt auch eine wirtschaftliche Funktion für Universitäten und Colleges. In Regionen in denen es keine Profiteams des American Footballs gibt, genießt der College Football einen besonderen Status.

 

Für die US-Kultur gilt, dass dem Sport ein äußerst identitätsstiftender Charakter zugute kommt, der in  perfekten Event Inszenierungen zum Ausdruck kommt. So werden zu jeder Jahreszeit sportliche Highlights garantiert. Für viele Amerikaner beginnt das Frühjahr mit der Baseball Saison, die sich durch den Sommer zieht. Wenn die goldenen Blätter den Herbst einläuten steht die Football Saison vor der Tür und mit ihr das mit Abstand größte sportliche Highlight in den Vereinigten Staaten, dem jährlichen Superbowl, der im Frühjahr ausgetragen wird. Im Winter besucht man Basketballspiele in der Halle um sein Team zu motivieren. Sportereignisse stehen in den Vereinigten Staaten (fast) auf einer Stufe mit den religiösen und sekulären Feiertagen.

 

Die Sportkultur der USA ist nach innen gerichtet, das heißt, dass der Wettkampf eher auf nationaler als auf internationaler Ebene stattfindet. Im Gegensatz zu Europa sind die Ligen geschlossen, das heißt, dass es keinen Auf- oder Abstieg der jeweiligen Mannschaft gibt. Eine Aufnahme in das Ligasystem ist von anderen Faktoren, nicht unbedingt von der tatsächlichen Leistung, abhängig. Hierunter zählen beispielsweise die Größe einer Stadt, dem medialen Interesse innerhalb einer Region sowie die Nähe zu einem Sponsor. Ändert sich beispielsweise der Sponsor, so kann sich auch der Standort einer Profimannschaft ändern.

✮ Melting pot ✮

Der US-Sport ist identitätsstiftend und kann als verbindendes, über Rassen- und Klassengrenzen übergeordnetes Element gesehen werden, welches nicht nur in der Integration neuer legaler Einwanderer hilft, sondern auch die Staatsbürger selbst durch sportliche Highlights in die Nation einbindet, wie dies in keinem anderen Land der Welt der Fall ist. Dieser identitätsstiftender Charakter hat historischen Ursprung.

✮ Frontier und sport ✮

Historisch gesehen entwickelte sich der hohe Stellenwert des Sports in den USA nach der Schließung des Frontiers, dem Grenzgebiete zwischen Zivilisation und Wildernis in der Era der West Expandierung, in der sich die Siedler stets neuen Grenzerfahrungen stellen mussten. Nach der Schließung des Frontiers im Jahr 1890 kam die Sorge auf, dass der Mann verweichlichen würde, weshalb der Sport vom 26. Präsidenten Theodore Roosevelt gefördert wurde.

✮ Muscular chritianity ✮

Der hohe Stellenwert der amerikanischen Sportkultur geht nicht zuletzt auf die protestantische Kirche und ihrer Lehre des muskulösen Christentums (Muscular Christianity) zurück, welche im 18. Jahrhundert  sehr populär wurde.  Zwar kam die Lehre ursprünglich in England auf doch war gerade  im 18. und im 19. Jahrhundert der Amerikaner noch immer sehr eng mit der englischen Literatur verwoben, sodass das Model des Muscular Christian sehr an Einfluss in der Neuen Welt gewann.