US-SPORT IN DEUTSCHLAND


ÜBERBLICK

 

American Football und Baseball gelten in Deutschland oft als Randsportarten, jedoch hat die amerikanische Sportart Basketball bereits ihren festen Platz in der deutschen Sportlandschaft gefunden. Während die amerikanischen Streitkräfte nach dem Zweiten Weltkrieg versuchten, Baseball aktiv in ihrem Jugendprogramm zu fördern, war es ein Deutschamerikaner, der das Fundament für den American Football in Deutschland legte. Inzwischen gewinnt American Football jedoch in Deutschland zunehmend an Beliebtheit, sodass mittlerweile auch in Städten wie München und Frankfurt am Main Spiele der NFL ausgetragen werden. Auf dieser Seite finden Sie weitere Informationen zur Entwicklung der beiden Sportarten Baseball und American Football in Deutschland.

 

AMERICAN FOOTBALL

 

American Football wurde erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland gespielt, als amerikanische Besatzungssoldaten das Spiel in den Kasernen einführten. Allerdings erhielt das Spiel in der deutschen Zivilbevölkerung wenig Beachtung. Erst mit der Gründung der Frankfurter Löwen durch den Deutschamerikaner Alexander Sperber, Sohn eines US-amerikanischen Soldaten und einer deutschen Mutter, stieg das Interesse am American Football langsam an. Die erste deutsche Football-Mannschaft setzte sich aus deutschen und amerikanischen Freunden zusammen und spielte gegen amerikanische Armeeteams, bis weitere deutsche Teams in Städten wie Düsseldorf, München, Ansbach, Bremerhaven und Berlin gegründet wurden. Bereits 1979 wurde die erste Saison im Stadion des DSV04 in Düsseldorf eröffnet, und die Frankfurter Löwen gewannen in diesem Jahr und im folgenden Jahr den German Bowl.

 

Obwohl das von Sperber gegründete Football-Team nur wenige Jahre existierte, spielte es eine wichtige Rolle in der Geschichte des American Footballs in Deutschland, da die Frankfurter Löwen die erste Mannschaft überhaupt waren und Mitbegründer des American Football Verbands (AFVD) und der 1. Bundesliga für American Football waren. Alexander Sperber war von 1979 bis 1981 der erste Präsident der 1. Bundesliga. Seit 1993 wird American Football als eigenständige Sportart anerkannt und ist Teil des Deutschen Sportbundes.

 

 

Die GFL ist in eine Nord- und eine Südgruppe unterteilt, die jeweils aus acht Mannschaften bestehen. Die vier besten Teams jeder Gruppe ziehen in die Playoffs ein, und im Finale wird um den German Bowl gespielt.

BASEBALL

 

Das erste Baseballspiel in Deutschland fand 1936 während der Olympischen Spiele im Berliner Olympiastadion statt und wurde als Demonstrationsspiel ausgetragen. Knapp 100.000 Zuschauer verfolgten das Spiel zwischen den US-Teams "World Champions" und "U.S. Olympics". Ursprünglich war geplant, dass das Vorzeigespiel zwischen Japan und den USA stattfinden sollte, doch die Japaner sagten ihre Teilnahme am Baseball ab, sodass zwei amerikanische Teams gebildet wurden. Die World Champions gewannen das Spiel mit 6:5. Das Spiel hinterließ zwar beim Generalsekretär des Organisationskomitees, Dr. Carl Diem, einen bleibenden Eindruck und weckte auch das Interesse des Publikums, konnte sich aber, abgesehen von wenigen Ausnahmen im Berliner Raum, nicht etablieren.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg spielten zunächst nur Soldaten in den amerikanischen Kasernen Baseball. In der amerikanischen Besatzungszone entstanden rein amerikanische Teams wie beispielsweise die Münchner Broncos, die Frankfurter Black Knights oder die Mannheimer Tornados. Ebenso gab es eine eigene Baseball-Liga für das in Deutschland stationierte Militär. Bereits 1945 fanden die G.I. World Series unter anderem im Nürnberger Frankenstadion statt. Im Rahmen der Demokratisierung standen für die amerikanische Militärregierung vor allem die Jugendlichen im Fokus. Die "German Youth Activities" (GYA) boten verschiedene Freizeitaktivitäten an, darunter auch Baseball. Die Regeln wurden von den Jugendlichen jedoch oft als zu komplex empfunden, um den Sport ernsthaft zu erlernen.

 

 

Die erste deutsche Baseballmannschaft wurde 1948 mit den Frankfurt Juniors gegründet. Zwei Jahre später kam es zur Gründung der Amateur Baseball Föderation Deutschland, dem Vorläufer des Deutschen Baseball- und Softballverbands (DBV). Die Spiele fanden aufgrund mangelnden Interesses oft ohne Publikum statt und letztendlich fehlten den Mannschaften selbst die Spieler. Erst Mitte der 1980er Jahre konnte Baseball auch deutsche Spieler begeistern. Die Mannheim Tornados, die Paderborn Untouchables und die Regensburg Legionäre machten sich durch mehrere Titel einen Namen in der deutschen Baseball-Landschaft.

 

BASKETBALL

 

Basketball wurde erstmals in Deutschland in den 1920er Jahren von amerikanischen Soldaten während der Besatzungszeit nach dem Ersten Weltkrieg eingeführt. Das erste Basketballspiel in Deutschland wurde 1927 zwischen einer US-amerikanischen Armeeauswahl und einer Mannschaft aus Hamburg ausgetragen. Der Sport blieb jedoch lange Zeit eine Nischensportart und es dauerte bis in die 1950er Jahre, bevor er in Deutschland mehr Aufmerksamkeit erlangte.

 

1949 wurde der Deutsche Basketball Bund (DBB) gegründet und zwei Jahre später trat Deutschland erstmals bei der Europameisterschaft an. In den 1950er Jahren wurden auch die ersten nationalen Meisterschaften ausgetragen. Zunächst dominierten Teams aus Berlin und Nordrhein-Westfalen den Wettbewerb, bevor in den 1960er Jahren Mannschaften aus Bayern und Baden-Württemberg erfolgreich wurden.

 

In den 1970er Jahren erlangte der Basketball in Deutschland durch die Gründung der Basketball-Bundesliga (BBL) und den Erfolgen der deutschen Nationalmannschaft weitere Popularität. Die deutschen Spieler konnten sich auch auf internationaler Ebene durchsetzen und erreichten bei der Europameisterschaft 1971 den dritten Platz.

 

In den 1980er Jahren kam es zu einem regelrechten Basketball-Boom in Deutschland. Die BBL wurde weiter professionalisiert und es entstanden immer mehr Vereine und Basketballschulen. Die Nationalmannschaft konnte 1985 erstmals die Europameisterschaft gewinnen und sicherte sich auch in den folgenden Jahren immer wieder Topplatzierungen bei internationalen Wettbewerben.

 

In den 1990er Jahren gab es einige Rückschläge für den deutschen Basketball, wie das verpasste Olympia-Ticket 1992 und das Scheitern in der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 1994. Dennoch blieb der Sport in Deutschland populär und es entstanden immer mehr Basketball-Fanclubs und Fankultur.

 

Im neuen Jahrtausend konnte sich der Basketball in Deutschland weiter etablieren. Die BBL wurde durch die Einführung von Playoffs und Finalspielen noch attraktiver und die Nationalmannschaft erreichte bei der Europameisterschaft 2005 und der Weltmeisterschaft 2002 den dritten Platz. Auch auf Vereinsebene waren deutsche Mannschaften erfolgreich und erreichten regelmäßig das Final Four der EuroLeague.

 

 

Heute zählt Basketball in Deutschland zu den beliebtesten Mannschaftssportarten und hat zahlreiche erfolgreiche Spieler hervorgebracht, darunter Dirk Nowitzki, der als einer der besten europäischen Basketballer aller Zeiten gilt.